Chung
  Frauensolidaritat und Frieden
  



In: Auftrag, Jg. 43, 2008

Frauensolidaritat und Frieden - eine Auslegung zum Ruth 1, 16

(Text)
In Ruths Geschichte wird beispielhaft von Frauensolidaritat uber geographische, religiose, ethnische und kulturelle Grenzen hinweg erzahlt. Dabei geht das eigene Ich nicht verloren; im Gegenteil haben die Frauen durch ihre Solidaritat Shalom und Salam, ihr Wohlergehen in der Gemeinschaft, erreicht. 

In manchen Kulturen ist die Beziehung zwischen Schwiegermutter und -tochter nicht immer einfach. Es herrscht eine Doppelmoral: Die eigene Tochter wird anders behandelt als die Schwiegertochter. Die Mutter ist Opfer des patriarchalischen Systems, das von ihr verlangt, sich fur Ehemann und Kinder zu opfern. Doch in der Position der Schwiegermutter ist sie die Machtige und wird zur Taterin an der Frau in der noch schwacheren Position – die der Schwiegertochter. So sind Frauen Opfer, aber gleichzeitig auch Unterdruckerinnen anderer machtlosen Frauen im patriarchalischen System. 

Solche Beispiele sind uns leider nicht fremd. Dass Frauen nach der Eroberung eine kleinen Anteils an der Macht diese gegenuber Schwachen ausuben, geschieht haufig. Dies ist fur die Frauen Kompensation und Ausgleich fur all die Situationen, die sie im patriarchalen System erleben und erleiden mussten.  

Gerade vom Gegenteil erzahlt Ruths Geschichte. Die Schwiegermutter hilft der Schwiegertochter und umgekehrt. Das Gemeinsame zahlt mehr als das Trennende. Das gegenseitige Angewiesensein fuhrt zu mehr Harmonie im Leben. ≪Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.≫ (Ruth 1: 16) Diese Verse sind eine schone Manifestation von Internationalitat und –religositat, die nicht auf billiger Selbstverleugnung basieren.

In unserem nomadischen Zeitalter sind Migration und Integration ein dringliches Thema geworden. In der Stadt Basel wohnen Menschen aus sehr unterschiedlichen Landern, unter ihnen viele Frauen, die oft eine dreifache Unterdruckungen und Diskriminierungen sowohl im privaten, als auch im offentlichen Bereich erleben. Sie brauchen die Solidaritat der Frauen, die es besser haben. Wenn wir diesen Basler Kontext in einen biblischen Sinne ubertragen, dann brauchen diese Frauen Naomi, die Weisheit und Erfahrung hat und ihre grosse Solidaritat mit der schwachen Frau in ihrem Heimatland zeigt. Beide haben die Grenzen von Ethnie und Religion uberwunden, haben sich gegenseitig erganzt und durch diese harmonische Zusammenarbeit ihr Ziel erreicht. 

Integration ist keine Einbahnstrasse. Sie braucht beidseitige Offenheit und den Willen, einen Schritt weiterzugehen, anstatt sich abzugrenzen oder die andere auszuschliessen. Gegenseitiges Entgegenkommen tut Not. Oft sind es kleine Schritte, aber sie bringen Dinge in Bewegung. Lasst diese Solidaritatsbewegung mit unseren Schwestern in uns wirken, damit ein neuer Horizont der konkreten Hoffnung und des Friedens erfahrbar wird.

[인쇄하기] 2017-10-30 14:19:18


     
  


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